
pH und EC richtig messen und einstellen
, 4 min Lesezeit

, 4 min Lesezeit
Die meisten Mängel an Cannabispflanzen sind keine Nährstoffmängel, sondern pH-Probleme. Welche Werte für Erde, Kokos und Hydro gelten, wie du richtig misst und was EC dir über deine Düngung verrät.
Kurz gesagt: Der pH-Wert entscheidet darüber, welche Nährstoffe die Wurzel überhaupt aufnehmen kann; der EC-Wert sagt, wie viel Salz insgesamt in der Lösung ist. Zielwerte: in Erde pH 6,2–6,8, in Kokos und Hydro pH 5,5–6,2. Der EC startet bei Jungpflanzen um 0,6 mS/cm und steigt über die Wachstumsphase auf etwa 1,2–1,6, in der Blüte auf 1,6–2,0.
Nährstoffe sind nur in bestimmten pH-Bereichen pflanzenverfügbar. Liegt der pH zu hoch, werden Eisen, Mangan und Zink festgelegt – die Pflanze zeigt dann Chlorosen an den jungen Blättern, obwohl reichlich Eisen im Substrat vorhanden ist. Liegt er zu tief, geraten Calcium und Magnesium in den Hintergrund.
Praktisch bedeutet das: Wer bei einem Mangelbild zuerst mehr düngt, macht die Lage meist schlimmer, weil der EC steigt, ohne dass die Aufnahme besser wird. Die richtige Reihenfolge ist immer erst messen, dann korrigieren.
| Substrat | pH Gießwasser | Besonderheit |
|---|---|---|
| Erde (Light-Mix, All-Mix) | 6,2–6,8 | Erde puffert selbst; kleine Abweichungen sind unkritisch |
| Kokos | 5,5–6,2 | kaum Pufferwirkung, dafür Kationenaustausch – Calcium und Magnesium separat ergänzen |
| Hydro / Steinwolle | 5,5–6,0 | tägliche Kontrolle nötig, der Wert wandert schnell |
| Anzuchtwürfel (z. B. Eazy Plug) | bereits gepuffert | in der ersten Woche in der Regel keine Korrektur nötig |
Die Werte gelten für das Gießwasser inklusive Dünger, nicht für das Leitungswasser vorher. Dünger senkt den pH fast immer – deshalb wird in dieser Reihenfolge gearbeitet: erst düngen, dann messen, dann korrigieren.
pH-Messgeräte müssen kalibriert werden – bei häufiger Nutzung etwa alle zwei bis vier Wochen. Ein unkalibriertes Gerät ist schlechter als gar keines, weil es falsche Sicherheit gibt. Die Elektrode darf zudem nie trocken gelagert werden.
EC (elektrische Leitfähigkeit) misst die Gesamtkonzentration gelöster Salze, nicht deren Zusammensetzung. Ein EC von 1,4 sagt dir also, wie stark gedüngt ist – nicht, ob das Verhältnis stimmt.
Wichtig: Rechne den EC deines Leitungswassers ein. Hartes Wasser bringt oft schon 0,4 bis 0,6 mS/cm mit, bevor der erste Tropfen Dünger drin ist. Wer das ignoriert, düngt dauerhaft zu stark.
pH und EC des Gießwassers sagen, was du hineingibst. Was tatsächlich im Wurzelraum passiert, zeigt der Ablauf aus dem Topf. Gieße so, dass 10 bis 20 Prozent unten herauslaufen, fange das auf und miss es.
Für einen einfachen Grow in vorgedüngter Erde mit weichem Leitungswasser kommt man oft ohne aus. Sobald du flüssig düngst oder hartes Wasser hast, ist ein Messgerät die günstigste Fehlerquelle, die du ausschalten kannst.
Beides beschreibt dieselbe Messgröße, nur in anderer Einheit – und ppm-Angaben nutzen je nach Gerät unterschiedliche Umrechnungsfaktoren (500er- oder 700er-Skala). Wenn du EC in mS/cm angibst, sind Missverständnisse ausgeschlossen.
Kurzfristig ja, dauerhaft nicht empfehlenswert. Organische Säuren werden im Substrat mikrobiell abgebaut, der pH steigt danach wieder an, und die Zersetzung verändert das Milieu im Wurzelraum. Für stabile Werte sind dafür vorgesehene pH-Regulatoren die bessere Wahl.
Der pH. Ein leicht zu niedriger EC bremst das Wachstum, ein falscher pH blockiert es. Wer nur eine Sache messen will, misst den pH.
Passende Dünger-Sets nach Substrat und die dazugehörige Erde findest du in unserem Shop.
Bitte bestätige, dass du mindestens 18 Jahre alt bist, um diesen Shop zu betreten.
du bist noch nicht alt genug, um den Shop zu besuchen.