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Jungpflanzen nach der Lieferung: die ersten sieben Tage

Jungpflanzen nach der Lieferung: die ersten sieben Tage

, 3 min Lesezeit

Die ersten Tage nach der Lieferung entscheiden darüber, ob eine Jungpflanze zügig weiterwächst oder erst Wochen braucht, um sich zu erholen. Dieser Ratgeber führt Tag für Tag durch die Eingewöhnung von Stecklingen, Sämlingen und vorgewachsenen Pflanzen und nennt die typischen Fehler.

Eine Jungpflanze hat den Versand hinter sich: mehrere Tage im Dunkeln, ohne Licht, mit schwankender Temperatur und ohne die Möglichkeit, Wasser aufzunehmen. Was in den ersten sieben Tagen danach passiert, entscheidet darüber, ob sie zügig weiterwächst oder erst Wochen braucht, um sich zu erholen. Dieser Ablauf gilt für Hanfstecklinge, Sämlinge und vorgewachsene Pflanzen gleichermaßen – mit den Unterschieden, die weiter unten stehen.

Tag 1: auspacken und einsetzen

Sobald das Paket ankommt, auspacken. Je kürzer die Zeit im Karton, desto geringer der Stress für die jungen Wurzeln. Setze die Pflanze direkt in dein vorbereitetes Medium – vorbereitet heißt: Substrat ist bereits im Topf, leicht angefeuchtet und auf Raumtemperatur.

Kontrolliere beim Auspacken kurz die Wurzeln. Sie sollten hell und fein verzweigt sein. Braune, schleimige Wurzeln oder ein muffiger Geruch sind ein Fall für die Reklamation, nicht für den Topf.

Ein bewurzelter Anzuchtwürfel wird immer komplett eingesetzt. Die Wurzeln werden dabei nicht freigelegt und der Wurzelballen nicht aufgelockert – jede Störung an dieser Stelle kostet Tage.

Tag 1 bis 3: Klima stabil halten

In dieser Phase geht es um Konstanz, nicht um Leistung.

  • Stecklinge – Temperatur 22 bis 26 °C, Luftfeuchtigkeit 60 bis 70 Prozent.
  • Sämlinge – Temperatur konstant zwischen 20 und 25 °C, lockeres und leicht feuchtes Substrat.
  • Vorgewachsene Pflanzen – zwei bis drei Tage akklimatisieren lassen, bevor du umtopfst.

Gieße in den ersten Tagen mäßig. Vermeide Staunässe: Ein durchweichtes Substrat entzieht den Wurzeln Sauerstoff und ist der häufigste Auslöser für Wurzelfäule. Lieber häufiger in kleiner Dosierung als selten und stark.

Die Lichtleistung bleibt zunächst reduziert und der Abstand zur Lampe großzügig. Eine Pflanze, die gerade drei Tage im Dunkeln verbracht hat, verträgt keine volle Leistung aus nächster Nähe.

Tag 3 bis 5: umtopfen, wenn nötig

Sobald die Pflanze stabil steht und keine hängenden Blätter mehr zeigt, kann umgetopft werden. Bei vorgewachsenen Pflanzen geht es aus dem 1,2-Liter-Topf typischerweise direkt in 11 bis 25 Liter – ein Zwischenschritt ist selten nötig.

Wähle das Substrat passend zur Phase: Ein leicht vorgedüngtes Medium aus der Kategorie Erde gibt dir die Kontrolle über die Düngung; ein stark vorgedüngtes Bio-Substrat trägt mehrere Wochen ohne Zusatz. Den vollständigen Ablauf beschreibt der Ratgeber Hanfstecklinge und Hanfpflanzen richtig umtopfen.

Tag 5 bis 7: Licht hoch, Dünger noch nicht

Jetzt kannst du die Lichtleistung schrittweise anheben und den Abstand verringern. Beobachte dabei die obersten Blätter – bleiben sie flach und satt grün, stimmt der Abstand.

Mit dem Düngen wartest du, bis die Wurzeln das Ausgangsmedium verlassen haben. Vorgedüngte Substrate und Anzuchtwürfel versorgen die Pflanze über die ersten Wochen; zusätzlicher Dünger in dieser Phase ist einer der häufigsten Anfängerfehler. Danach beginnst du mit reduzierter Dosis aus einem zum Substrat passenden Dünger-Set und steigerst schrittweise.

Die vier häufigsten Fehler in der ersten Woche

  • Zu viel gießen – aus Sorge um die Pflanze. Der Topf sollte zwischen den Gaben spürbar leichter werden.
  • Zu früh düngen – die Wurzeln sind noch im vorgedüngten Ausgangsmedium.
  • Volle Lichtleistung ab Tag 1 – die Pflanze kommt aus mehreren Tagen Dunkelheit.
  • Wurzelballen auflockern – gut gemeint, aber ein unnötiger Eingriff in ein funktionierendes System.

Häufige Fragen zur ersten Woche

Meine Jungpflanze hängt nach dem Auspacken. Ist sie hinüber?

Nicht zwangsläufig. Hängende Blätter direkt nach dem Transport sind normal und erholen sich meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden, sobald Wasser, Licht und Temperatur stimmen. Kritisch wird es erst, wenn sich der Zustand nach zwei Tagen nicht bessert oder Blätter vergilben.

Wann darf die Pflanze nach draußen?

Nicht sofort. Jungpflanzen aus Innenanzucht müssen schrittweise an Sonne, Wind und Temperaturschwankungen gewöhnt werden – üblicherweise über mehrere Tage mit langsam steigender Aufenthaltsdauer im Freien.

Soll ich die Pflanze in der ersten Woche schon trainieren?

Nein. Topping, Beschneiden und straffes Training kosten Erholungszeit, die die Pflanze in dieser Phase nicht hat. Sanftes Low-Stress-Training ist frühestens sinnvoll, wenn sichtbar neues Wachstum eingesetzt hat.

Woran du schon beim Auspacken erkennst, ob das Jungpflanzen-Material taugt, steht im Ratgeber Gesunde Stecklinge erkennen.

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