Sour Diesel ist weniger eine Sorte als eine Familie. Sie entstand Anfang der 90er in der New Yorker Szene, und bis heute streiten sich die Beteiligten darüber, wer sie gemacht hat und aus was. Was unbestritten ist: das Dieselaroma, der lange Blütezyklus und ein Streckwuchs, der kleine Zelte sprengt.
Alles auf einen Blick
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Herkunft: US-Ostküste, frühe 1990er — genetischer Anker ist Chemdawg '91
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Typ: sativa-dominant, üblicherweise mit rund 70/30 angegeben
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Blütezeit Indoor: 10–11 Wochen (70–80 Tage)
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Ernte Outdoor: Mitte bis Ende Oktober
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Wuchs: hoch, lange Internodien, starke Streckung in der frühen Blüte
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Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll — keine Einsteigersorte
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Lieferform: bewurzelter Sämling aus Samen gezogen
Die Blütezeit ist der Punkt, an dem die meisten falsch planen
Sour Diesel braucht 10 bis 11 Wochen. Die unabhängigen Quellen — also die, die keine Samen verkaufen — landen alle in diesem Bereich; die Fachpresse schreibt sogar von „mindestens 70 Tagen, viele Grower gehen über 80". Die kürzeren 8–9-Wochen-Angaben, die man häufig liest, stammen von Samenhändlern und beschreiben deren jeweils eigene Version.
Für den Freilandanbau in Deutschland heißt das: Ernte Mitte bis Ende Oktober, also mitten in den feuchten Wochen. Wer sie draußen zieht, braucht einen sonnigen, luftigen Standort und einen Plan gegen Grauschimmel.
Sie streckt sich — erheblich
Das ist die zweite Eigenschaft, die man kennen muss. Sour Diesel wächst hoch und schlank, mit langen Internodien und einem dominanten Haupttrieb, und legt nach dem Umstellen auf 12/12 noch einmal kräftig zu. Grow-Ratgeber beschreiben sie als „schwer zu bändigen" und empfehlen konsequentes Topping, LST oder SCROG — nicht als Option, sondern als Voraussetzung.
In einem 100×100-Zelt ist sie mit frühem Training beherrschbar. Ohne Training ist sie es nicht.
Ein hungriger Esser
Sour Diesel wächst kräftig und braucht über den gesamten Blütezyklus eine stabile Nährstoffversorgung. Gleichzeitig warnt die Fachliteratur vor Überdüngung: Die Hauptblüte kann sehr groß werden und dann unterentwickelt bleiben. Auf Calcium- und Stickstoffmangel sowie auf Lockout achten — regelmäßige pH- und EC-Kontrolle ist bei dieser Sorte kein Luxus.
Klima: 20–29 °C, und in der Blüte relative Luftfeuchte unter 60 %.
Das Aroma, wegen dem es die Sorte noch gibt
Durchdringender Kraftstoff, sauer, skunkig, dazu Zitrus — Zitrone und Grapefruit — und eine erdig-kiefrige Basis. Als Terpene werden durchgängig Limonen, Myrcen, Caryophyllen und Pinen genannt; welches davon führt, hängt vom Phänotyp und vom Anbau ab. Eine verbindliche Analyse für einen bestimmten Cut gibt es nicht.
Interessant: Das Profil hat sich über die Jahrzehnte verschoben. Die 90er-Versionen galten als säuerlich-funky, moderne Schnitte werden eher als gasig mit Kiefer, Moschus und Zitrus beschrieben.
Die Herkunft — ehrlich erzählt
Es gibt keine Primärquelle. Was existiert, sind konkurrierende Erzählungen anonymer US-Grower aus den 90ern, aufgeschrieben Jahre später. Gesichert ist der Anker:
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Chemdawg '91 gilt durchgängig als Elternteil.
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Der zweite Elternteil ist strittig. Genannt werden Super Skunk, eine Northern-Lights-haltige Linie („DNL") und eine Massachusetts-Super-Skunk-Route — je nach Erzähler.
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Die Kreuzung war wahrscheinlich ein Unfall, keine geplante Züchtung.
Namen, die in den Berichten auftauchen — AJ / Joe Murray, „The Weasel", Chemdog — sind Behauptungen, keine belegten Fakten.
Deshalb schreiben wir hier keine Elternangabe als Tatsache hin.
Warum kein THC-Wert auf dieser Seite steht
Die Angaben der Samenhändler reichen von 17 bis 26 % — und jede bezieht sich auf die jeweils eigene Samenlinie, nicht auf diesen Sämling. Der einzige unabhängige Messwert, den wir finden konnten, ist 19,5 % beim Cannabis Cup San Francisco 2012. Eine belastbare Zahl für unsere Pflanze gibt es nicht, also nennen wir keine.
Was der Sämling bedeutet
Er ist aus Samen gezogen, nicht geklont. Das heißt: eine leichte phänotypische Bandbreite — für wen das ein Nachteil ist, der greift zum Steckling; wer selektieren will, bekommt hier genau die Variation, die er braucht. Der Sämling bringt außerdem eine Pfahlwurzel mit, was ihn im Freiland standfester macht.
Häufige Fragen
Wie hoch wird sie?
Die Angaben der verschiedenen Züchter reichen von 90 bis 200 cm indoor und bis über 2 m im Freien. Verlässlich ist nur: hoch, mit starker Streckung. Plane nach oben.
Ist sie für Anfänger geeignet?
Nein. Unabhängige Grow-Ratgeber stufen sie als mittel bis schwierig ein — wegen der Streckung, des hohen Nährstoffbedarfs und der langen Blüte. Wer einen ersten Grow plant, ist mit einer kürzeren, kompakteren Sorte besser bedient.
Welchen Ertrag kann ich erwarten?
Die Händlerangaben reichen von 400 bis 700 g/m² und bis zu mehreren Kilo pro Pflanze im Freien. In der größten öffentlichen Grow-Datenbank liegt der reale Durchschnitt über rund 50 dokumentierte Ernten dagegen bei etwa 58 g pro Pflanze. Wir nennen deshalb keine Ertragszahl.
Hat Sour Diesel einen Cup gewonnen?
Als Sorte an sich nicht.
Weitere vorgezogene Pflanzen findest du unter Sämlinge.